Sekundarstufe I, Filiale Alt-Heiligensee
– Jugendschule Alt-Heiligensee –
Profil / Konzeptschwerpunkte
Die Jugendschule Alt-Heiligensee begleitet Jugendliche der Jahrgänge 7 bis 10 auf ihrem Weg zu selbstständigen, verantwortungsbewussten und gesellschaftlich wirksamen Persönlichkeiten. Als Montessori-Schule der dritten Entwicklungsstufe orientieren wir uns am Erdkinderplan und schaffen ein Studien- und Arbeitszentrum, in dem Jugendliche reale Aufgaben übernehmen, ihre Umwelt gestalten und ihre Rolle in der Gesellschaft entdecken. Neben diesen vielfältigen Schwerpunkten orientieren wir uns selbstverständlich am Berliner Rahmenlehrplan und bereiten die Jugendlichen auf die Prüfungen vor, die sie, dank unserer staatlichen Anerkennung, hier bei uns im Haus ablegen können.
Unsere pädagogischen Schwerpunkte
Montessoripädagogik
Unser pädagogisches Wirken richtet sich konsequent nach den individuellen Entwicklungsprozessen der Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Darum nehmen wir ernst, dass sich die Jugendlichen im Übergang von Kindheit zum Erwachsenenalter als „soziale Neugeborene“ empfinden und schaffen eine Gemeinschaft (Community), in der sie mit uns im geschützten Rahmen das Erwachsensein erproben können.
Studien- und Arbeitszentrum
Jugendliche brauchen für ihre Entwicklung Aufgaben, welche sie herausfordern und auf das Erwachsenenleben vorbereiten.
Im Studien- und Arbeitsplan sind die akademischen Studien in die Bereiche persönlicher Ausdruck, psychische Entwicklung und Studium der Umwelt unterteilt. Die praktischen Arbeiten werden in die Bereiche Bauernhof, Geschäft, Gästehaus, Wohnstätte und vorbereitete Umgebung gegliedert. Innerhalb dieses Curriculums bekommen die Jugendlichen gezielte Lektionen/ Inputs, um sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, gut kennen zu lernen.
Teilhabe aller – Vielfalt stärken
Wir verstehen unseren Campus als einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Lebensumstände aktiv am gemeinsamen Lernen teilhaben können. In der Jugendschule Alt-Heiligensee gestalten die Jugendlichen ihren Alltag aktiv mit – sei es durch die Planung von Vorhaben, der Organisation des eigenen Lernens oder der Verantwortung für gemeinsame Räume. Teilhabe bedeutet hier, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und sich als wirksam zu erleben – individuell und im sozialen Miteinander. Flankiert wird dies durch Pädagog*innen, welche Verhalten spiegeln, Konsequenzen von Handlungen aufzeigen und die Jugendlichen dabei begleiten, die jeweiligen, individuellen Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg aus dem Weg räumen.
Tierethische Bildung und Gestaltung naturnaher Lebensräume
Die Jugendlichen gestalten das weitläufige Außengelände der Jugendschule mit einem bewussten Blick für die Erhaltung und Entwicklung von Biotopen. Durch Beobachtung und Forschung zu den Wildtieren auf dem Gelände und um das Gelände herum lernen die Jugendlichen, ökologische Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für den Lebensraum zu übernehmen.
Die tierethische Bildung fördert dabei nicht nur Wissen, sondern auch Empathie und Achtsamkeit gegenüber allen Lebewesen.
Vegetarische Ernährung als Ausdruck von Verantwortung
In der Jugendschule kochen die Jugendlichen täglich selbst und setzen sich aktiv mit der Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel auseinander. Die Entscheidung für eine überwiegend vegetarische Ernährung ist Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und Tierwohl.
Verwendet werden bevorzugt Zutaten in Bioqualität, aus regionaler Herkunft und – wo möglich – aus eigenem Anbau. Die Jugendlichen erleben Ernährung als ganzheitlichen Prozess: vom Säen und Pflegen im Garten bis zum gemeinsamen Essen.
Wirtschaftliche Bildung
Im Rahmen des Manager*innensystems übernehmen Jugendliche auch Verantwortung für die Produktion, den Verkauf und die Budgetverwaltung. Sie erleben unternehmerisches Denken und demokratische Prozesse hautnah.
Gebäude / Räume
Die Jugendschule liegt im Vorderhaus des Standortes Alt-Heiligensee. Das Haus und der Standort sind eingebettet in die Natur Alt-Heiligensees und bieten vielfältige Räume für Lernen, Arbeiten und Leben.
Im Wohnhaus befinden sich diverse Lernräume, welche in der freien Studienzeit zum Arbeiten (allein oder in Gruppen) genutzt werden können. Die einzelnen Fachbereiche sind auf die Räume aufgeteilt, so dass die Jugendlichen gezielt nach ergänzendem Material suchen und dieses für ihre Arbeit nutzen können.
Außerdem gibt es eine Küche, die so ausgestattet ist, dass für 40-45 Menschen täglich das Mittagessen gekocht werden kann.
In der Mensa wird morgen gefrühstückt und mittags das selbstgekochte Essen gegessen. Dazwi-schen dient der große Raum für Inputs in großen Gruppen oder auch für Treffen, an denen die gesamte Community teilnimmt.
Die Jugendlichen haben auf dem Gelände eine Werkstatt, in der Geräte für die Holz- und Me-tallbearbeitung zur Verfügung stehen. Hier werden Möbel und Dekorationsartikel hergestellt.
Das Atelier ist gut ausgestattet und bietet den Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, sich künstlerisch auszudrücken. Im Alltag und bei Exkursionen werden Impulse aufgegriffen und ver-schieden Techniken für die Umsetzung eingeführt.
Unser Labor befindet sich im Aufbau und soll im Alltag das naturwissenschaftliche Arbeiten er-möglichen.
Für alle Räume gilt: Die Jugendlichen gestalten sie aktiv mit und übernehmen Verantwortung für Pflege und Ordnung.
Alltag und Struktur
Der Alltag ist geprägt von Selbstorganisation, Gemeinschaft und sinnstiftender Arbeit.
Öffnungszeit der Jugendschule: 8-16 Uhr (gebundener Ganztag)
Kernzeiten für den Unterricht
Mo-Do: 8:30 – 15:30 Uhr
Fr: 8:30 – 13:30 Uhr
Diese Kernzeiten sind geprägt von
Communitywork und Manager*innensystem
In der Jugendschule übernehmen die Jugendlichen Verantwortung für ihren Alltag: Sie pflegen ihre Räume, waschen ihre Wäsche, bereiten ihr Mittagessen selbst zu – gesund, biologisch und gemeinschaftlich. Das gemeinsame Essen ist ein zentraler Moment des Tages. Die Manager*innen koordinieren die Dienste und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. In der wöchentlichen „.com“ (Communityrunde) tauschen sich die Jugendlichen über aktuelle Themen aus, treffen Entscheidungen und gestalten das Zusammenleben aktiv mit.
Work & Study
In mehrwöchigen Projektphasen arbeiten die Jugendlichen zu einem übergeordneten Thema fächerübergreifend und praxisnah. Dabei verbinden sie handlungsorientiertes Arbeiten mit wissenschaftlichem Denken – ein Lernformat, das sowohl praktische Fähigkeiten als auch akademische Kompetenzen stärkt.
Inputs in den Hauptfächern
In den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Spanisch erhalten die Jugendlichen wöchentliche Inputs. Diese sichern ab Jahrgangsstufe 7 eine kontinuierliche Vorbereitung auf die staatlichen Prüfungen und fördern das eigenständige Lernen.
Mentorenschaft
Jede*r Jugendliche wird von einem Mentor oder einer Mentorin begleitet – als verlässliche Bezugsperson und Lerncoach von Jahrgangsstufe 7 bis 10. In wöchentlichen Mentor*innenentreffen geht es um Selbstreflexion, Teambildung und Feedbackkultur. Die Mentor*innen sind auch Ansprechpersonen für Elterngespräche und begleiten die persönliche Entwicklung der Jugendlichen eng und individuell.
Entwicklungsrückmeldungen
Zweimal im Jahr finden Entwicklungsrückmeldungen statt. Zum Halbjahr gibt es Entwicklungsgespräche zwischen Jugendlichen, Mentor*innen und Eltern. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 erfolgt die Rückmeldung über Kompetenzraster, ab Jahrgangsstufe 9 erhalten die Jugendlichen Notenzeugnisse mit einer individuellen Abschlussprognose.
Prüfungsvorbereitung und Abschlüsse
In Jahrgang 9 finden die Vergleichenden Arbeiten zur BBR, in Jahrgang 10 die Prüfungen zum MSA statt. Hierauf werden die Schüler*innen gesondert vorbereitet. Je nach Leistungsstand sind die Abschlüsse BOA, BBR, eBBR oder MSA möglich.
⇒ Mit dem MSA GO ist der Übergang in die Sekundarstufe II aller Schulformen möglich – die Abschlüsse unserer Sekundarstufe sind staatlich anerkannt.
Ansprechpartner:innen
Die Jugendschule wird von einem multiprofessionellen Team begleitet, das mit den Jugendlichen Seite an Seite arbeitet.
Schulleitung Jugendschule
Koordination der Jugendschule
Team der Jugendschule
- Anja Castro,
- Larica Friesen,
- Timm Fuchs,
- Alexander Thornton,
- Annika Puls,
- Erik Keller
Verwaltung / Anmeldung
Termine, Jahrespläne, Hinweise
Im Jahresverlauf gibt es feste Rituale und Termine, die die pädagogische Arbeit strukturieren und die Erziehungspartnerschaft stärken
- Campusfeste: Weihnachtsmarkt, Sommerfest
- Gespräche: Willkommens-, Halbjahresgespräche mit Mentor*innen, Jugendlichen und Eltern
- Elternworkshops: 2x im Jahr finden Elternworkshops zur Montessori-Pädagogik der dritten Entwicklungsstufe statt
- Studienfahrt: 1x im Jahr fährt die Community zusammen für eine Woche auf eine Studienfahrt.
- Herausforderungen: Können von den Jugendlichen eigeninitiativ geplant werden.
- Praktikum: Findet jährlich in den ersten drei Januarwochen für die Jahrgangsstufen 7-9 statt.
- Schließzeit: Während der Berliner Schulferien ist die Filiale geschlossen.


