Sekundarstufe I – Filiale Tegel
– Jugendschule im Urban Compromise –
Profil / Konzeptschwerpunkte

Die Jugendschule am Montessori Campus am Tegeler Forst begleitet Jugendliche der Jahrgänge 7 bis 10 in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung: dem Übergang vom Kind zum jungen Erwachsenen. Als Montessori-Schule der dritten Entwicklungsstufe schaffen wir eine Umgebung, in der Jugendliche ihre Selbstständigkeit, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Teilhabe entfalten können.
Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich am Erdkinderplan von Maria Montessori. Dieser sieht vor, dass Jugendliche in einer vorbereiteten Umgebung reale Aufgaben übernehmen, ihre Umwelt gestalten und ihre Rolle in der Gesellschaft entdecken. Die Jugendlichen arbeiten in altersgemischten Communities, planen ihren Alltag selbstständig und reflektieren ihre Entwicklung regelmäßig. Dabei werden sie von einem multiprofessionellen Team begleitet. Neben diesen vielfältigen Schwerpunkten orientieren wir uns selbstverständlich am Berliner Rahmenlehrplan und bereiten die Jugendlichen auf die Prüfungen vor, die sie, dank unserer staatlichen Anerkennung, hier bei uns im Haus ablegen können.
Unsere pädagogischen Schwerpunkte
Montessoripädagogik
Die Jugendlichen arbeiten in altersgemischten Gruppen und wählen ihre Aufgaben selbstständig. Sie dokumentieren ihre Lernprozesse in Portfolios und erhalten regelmäßig Inputs in den Hauptfächern. Projektorientiertes Lernen in den Formaten „Work & Study“ verbindet wissenschaftliches Denken mit praktischer Arbeit und stärkt sowohl akademische als auch lebenspraktische Kompetenzen.
Urban Compromise – Lernen im städtischen Kontext
Die beiden Communities der Sekundarstufe befinden sich in einem klassisc
hen Schulgebäude, so dass in der pädagogischen Umsetzung das „Urban Compromise“ Anwendung findet: Die Jugendlichen gestalten ihre Umgebung innerhalb urbaner Strukturen und entwickeln dabei ein Bewusstsein für Verantwortung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft.
Praktische Tätigkeiten wie Gartenarbeit auf einem eigens erschlossenen Grundstück (als „Bauernhof“ im Sinne des Erdkinderplans), Verkäufe für die Gemeinschaft (z. B. Schülerladen, Café) und die Pflege der vorbereiteten Umgebung durch Dienste (Reinigung, Ordnung, Gestaltung) sind fest im Alltag verankert. Diese Tätigkeiten sind nicht nur Teil des Managersystems, sondern auch Ausdruck einer aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt im städtischen Raum.
Naturverbundenheit
Trotz des urbanen Standorts bietet der Campus naturnahe Lernorte, die aktiv in die pädagogische Arbeit eingebunden sind. Der Schulgarten, Waldspaziergänge und tiergestützte Angebote ermöglichen den Jugendlichen, ökologische Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für ihre Umgebung zu übernehmen. Die Natur wird als Erfahrungsraum genutzt, der Achtsamkeit, Forschergeist und Empathie fördert.
Teilhabe aller – Vielfalt stärken
Wir verstehen unseren Campus als einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Lebensumstände aktiv am gemeinsamen Lernen teilhaben können. Vielfalt wird in der Jugendschule Tegel als Stärke verstanden. Jede*r Jugendliche wird individuell begleitet und erlebt sich als wertvollen Teil der Gemeinschaft. Die Jugendlichen gestalten ihren Alltag aktiv mit – sei es durch die Organisation von Projekten, die Verantwortung für Räume oder die Mitwirkung im Managersystem. Teilhabe bedeutet hier, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und sich als wirksam zu erleben – individuell und im sozialen Miteinander.
Gebäude / Räume

Die Jugendschule ist Teil des Campuskomplexes in Tegel, gemeinsam mit dem Kinderhaus und der Grundschule. Die Räume sind hell, strukturiert und funktional gestaltet. Fachräume für Naturwissenschaften, Musik, Kunst und digitale Medien bieten vielfältige Lernmöglichkeiten. Rückzugsorte, Gruppenräume und eine große Mensa schaffen Raum für gemeinschaftliches Lernen und Leben.
Die Jugendlichen gestalten ihre Umgebung aktiv mit und übernehmen Verantwortung für Pflege und Ordnung. Die Räume sind so konzipiert, dass sie sowohl konzentriertes Arbeiten als auch kreative Entfaltung ermöglichen. Hier rechts in der Jugendkunstschule des Atrium, mit denen wir regelmäßig zusammenabeiten.
Alltag und Struktur
Der Alltag in der Jugendschule Tegel ist geprägt von Selbstorganisation, Gemeinschaft und projektorientierter Arbeit. Die Jugendlichen arbeiten in altersgemischten Communities und werden von einem festen Pädagog*innenteam begleitet. Sie planen ihre Woche selbstständig, setzen sich Ziele und reflektieren ihre Fortschritte regelmäßig.
Besondere Elemente des Alltags
Work & Study
In mehrwöchigen Projektphasen arbeiten die Jugendlichen zu einem übergeordneten Thema fächerübergreifend und praxisnah. Dabei verbinden sie handlungsorientiertes Arbeiten mit wissenschaftlichem Denken – ein Lernformat, das sowohl praktische Fähigkeiten als auch akademische Kompetenzen stärkt.
Mensaessen
Die Jugendlichen treffen sich zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. In die Zubereitung und Arbeiten rund um das Kochen sind die Jugendlichen derzeit in Projekten eingebunden. In Planung ist der Umbau der Ausgabeküche in eine Kochküche vor Ort. Sobald dieser Umbau umgesetzt ist, wird eine stärkere Einbindung der Jugendlichen in die Abläufe der Küche erfolgen und sie werden die Gestaltung des gesunden und kindgerechten Bioessens mitgestalten.
Managersystem
Die Manager*innen koordinieren die Dienste und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. In den wöchentlichen Communitytreffen tauschen sich die Jugendlichen über aktuelle Themen aus, treffen Entscheidungen und gestalten das Zusammenleben aktiv mit.
Mentorenschaft
Jede*r Jugendliche wird von einem Mentor oder einer Mentorin begleitet – als verlässliche Bezugsperson und Lerncoach von Jahrgangsstufe 7 bis 10. In regelmäßigen Mentor*innentreffen geht es um Selbstreflexion, Teambildung und Feedbackkultur. Die Mentor*innen sind auch Ansprechpersonen für Elterngespräche und begleiten die persönliche Entwicklung der Jugendlichen eng und individuell.
Engagement
Im Format „Engagement“ übernehmen die Jugendlichen einmal pro Woche eine ehrenamtliche Aufgabe – auf dem Campus oder im Kiez. Sie unterstützen jüngere Kinder, pflegen das Gelände oder engagieren sich in sozialen Einrichtungen. Das Engagement fördert Empathie, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Verantwortung – begleitet durch Reflexion in der Mentor*innenschaft.
Entwicklungsrückmeldungen
Zweimal im Jahr finden Entwicklungsrückmeldungen statt. Zum Halbjahr gibt es Entwicklungsgespräche zwischen Jugendlichen, Mentor*innen und Eltern. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 erfolgt die Rückmeldung über Kompetenzraster, ab Jahrgangsstufe 9 erhalten die Jugendlichen Notenzeugnisse mit einer individuellen Abschlussprognose.
Prüfungsvorbereitung und Abschlüsse
In Jahrgang 9 finden die Vergleichenden Arbeiten zur BBR, in Jahrgang 10 die Prüfungen zum MSA statt. Hierfür werden die Schüler*innen gesondert vorbereitet. Je nach Leistungsstand sind die Abschlüsse BOA, BBR, eBBR oder MSA möglich.
⇒ Mit dem MSA GO ist der Übergang in die Sekundarstufe II aller Schulformen möglich – die Abschlüsse unserer Sekundarstufe sind staatlich anerkannt.
Ansprechpartner:innen
Die Communities werden von einem multiprofessionellen Team begleitet, das mit den Jugendlichen Seite an Seite arbeitet. Jede:r Jugendliche hat eine:n persönliche:n Mentor:in, der die Entwicklung individuell begleitet.
Pädagogische Leitung Sekundarstufe Tegel
Koordinationen
Mentor*innen & Fachpädagog*innen
- Nergiz Ari
- Léon Montoro Munoz
- Annika Puls
- Eva Rose
- Carolin Salb-Heeger
- Freddy Skidzun
- Katinka Szalai
- Renata Teichert
- Dr. Fanny Thornton
- Dr. Markus Wahl
- Iannis Welzel
Verwaltung / Anmeldung
Termine, Jahrespläne, Hinweise
Im Jahresverlauf gibt es feste Rituale und Termine, die die pädagogische Arbeit strukturieren und die Erziehungspartnerschaft stärken:
- Campusfeste: Weihnachtsmarkt, Sommerfest
- Gespräche: Willkommens-, Halbjahresgespräche mit Mentor*innen, Jugendlichen und Eltern
- Elternworkshops: 2x im Jahr finden Elternworkshops zur Montessori-Pädagogik der dritten Entwicklungsstufe statt
- Studienfahrt: 1x im Jahr fährt die Community zusammen für eine Woche auf eine Studienfahrt.
- Herausforderungen: Können von den Jugendlichen eigeninitiativ geplant werden.
- Praktikum: Findet jährlich in den ersten drei Januarwochen nach den Weihnachtsferien für die Jahrgangsstufen 7-10 statt.
- Schließzeit: Während der Berliner Schulferien ist die Einrichtung geschlossen.


